ADHS bei Kindern erkennen – erste Anzeichen und wann eine Diagnostik sinnvoll ist
Viele Kinder sind lebhaft, neugierig und manchmal auch unkonzentriert. Das gehört zur normalen Entwicklung. Wenn die Schwierigkeiten jedoch über einen längeren Zeitraum bestehen und den Alltag, die Schule oder das Familienleben deutlich beeinträchtigen, kann eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vorliegen.
Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin begleite ich Familien dabei, die Ursachen der Schwierigkeiten zu verstehen und gemeinsam passende Unterstützungsmöglichkeiten zu finden.
Was ist ADHS?
ADHS ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung. Sie zeigt sich vor allem in den Bereichen:
- Unaufmerksamkeit
- Impulsivität
- Hyperaktivität
Nicht jedes Kind zeigt alle drei Merkmale gleich stark. Manche Kinder wirken eher verträumt und vergessen vieles, andere sind ständig in Bewegung oder handeln sehr impulsiv.
Typische Anzeichen von ADHS
Je nach Alter können folgende Verhaltensweisen auftreten:
- Das Kind lässt sich leicht ablenken.
- Aufgaben werden begonnen, aber selten beendet.
- Es vergisst häufig Dinge.
- Es fällt schwer, ruhig sitzen zu bleiben.
- Das Kind redet viel und unterbricht andere.
- Es handelt oft spontan, ohne über die Folgen nachzudenken.
- Es kommt häufiger zu Konflikten in der Familie oder in der Schule.
Diese Verhaltensweisen müssen nicht automatisch auf ADHS hinweisen. Entscheidend ist, dass sie über mindestens sechs Monate bestehen, in verschiedenen Lebensbereichen auftreten und das Kind deutlich beeinträchtigen.
Wann ist eine Diagnostik sinnvoll?
Eine Diagnostik kann sinnvoll sein, wenn:
- Lehrkräfte wiederholt auf Konzentrationsprobleme hinweisen.
- Hausaufgaben täglich zu Konflikten führen.
- das Kind sein Potenzial in der Schule nicht ausschöpfen kann.
- starke Impulsivität den Alltag belastet.
- Eltern sich seit längerer Zeit Sorgen um die Entwicklung machen.
Eine frühzeitige Diagnostik kann helfen, die Ursachen besser zu verstehen und passende Unterstützung einzuleiten.
Wie läuft die ADHS-Diagnostik in meiner Praxis ab?
Eine sorgfältige Diagnostik umfasst mehrere Bausteine. Dazu gehören unter anderem:
- ausführliche Gespräche mit den Eltern
- Gespräche mit dem Kind oder Jugendlichen,
- standardisierte Fragebögen,
- psychologische Testverfahren,
- bei Bedarf Rückmeldungen aus der Schule oder dem Kindergarten.
So entsteht ein umfassendes Bild der individuellen Stärken und Herausforderungen. Ziel ist es, eine fundierte Einschätzung zu ermöglichen und gemeinsam die nächsten Schritte zu planen.
Welche Unterstützung gibt es?
Je nach Alter und Ausprägung der Symptome können unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sein. Dazu gehören beispielsweise:
- Verhaltenstherapie,
- Elternberatung,
Unterstützung im schulischen Alltag,
Förderung von Konzentration und Selbstorganisation,
gegebenenfalls eine kinder- und jugendpsychiatrische Mitbehandlung.
Welche Unterstützung am besten geeignet ist, wird immer individuell entschieden.
Mein Anliegen: Mir ist wichtig, jedes Kind mit seinen Stärken und Besonderheiten wahrzunehmen. Eine Diagnostik dient nicht dazu, Kinder „in eine Schublade zu stecken“, sondern ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und passende Unterstützungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Wenn Sie sich fragen, ob bei Ihrem Kind eine ADHS vorliegen könnte, berate ich Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.
